Hinweise zu den Workshops:

Alle  Workshops wurden als eigenständige Unterrichtseinheiten gemäß der Lehrpläne des Landes NRW für verschiedene Schulformen und –Fächer konzipiert. Es ist möglich, mehrere Workshops zu buchen. Die  Kosten ergeben sich aus der Anzahl  der  Teilnehmerinnen und dem benötigten Arbeitsmaterial. Bei einer Entfernung von mehr als 100 km und/oder Workshops an zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen, kommen zu den Fahrtkosten Übernachtungskosten hinzu. Vor Ort werden lediglich ein Raum mit entsprechenden Sitz- und Arbeitsgelegenheiten für die Schülerinnen und Schüler, sowie ein Pult mit Stuhl und Beamer benötigt. Um die Kosten zu erfragen, schicken Sie uns eine Mail über das entsprechende Formular mit dem/der Titel des/der gewünschten Workshops, der Schulform, dem Alter der Schülerinnen und Schüler und dem Ort der Schule oder der Räumlichkeiten, in der der/die Workshop/s stattfinden soll/en.

Alle Workshops sind auch als Vorträge buchbar.

 

[Hinweis: Die Inhalte der Workshops von Sarah Kass wurden von ihr für das Bildungsportal der Stiftung "Erinnern ermöglichen" erstellt.]

 

Der Aufstand des Sonderkommandos
in Auschwitz-Birkenau und
verschiedene Stufenmoralischen Handelns

Der Workshop beginnt mit der Auseinandersetzung mit dem Aufbau der Lagerstrukturen. Die SuS machen sich  ein  Bild von den Dimensionen (Größe,  Anzahl  der  Häftlinge  u.a.)  und Verhältnissen,  die  damals  im  Lager  Auschwitz-Birkenau  vorherrschten.  In  der darauffolgenden  Vertiefungsphase  setzen  sich  die  Schülerinnen  und  Schüler  mit  den verschiedenen  Positionen  und  Aufgaben  der  SS  und  der  sog.  „Funktionshäftlinge“ auseinander. Die „Funktionshäftlinge“ unterstanden ebenso wie die SS einer strengen Strukturen  unterschiedlichen  Hierarchien  mit  unterschiedlichen  Aufgaben.  Diese  werden  von  den Schülerinnen  und  Schüler  herausgearbeitet.  Durch  die  Instrumentalisierung  der  Häftlinge konnte der Ablauf der industriellen Vernichtung im Lager „gewährleistet“ werden. Es folgt eine Auseinandersetzung mit einem Zeitzeugenbericht über die sog. „Zählappelle“, die eine weitere Maßnahme der SS waren, die Häftlinge unter Kontrolle zu halten. Es  erfolgt  die  Auseinandersetzung  mit  den  Aufgaben  eines  Arbeitskommandos  mit  dem Namen „Sonderkommando“. Da diese „Sonderkommandos“ für die Ermordung, Ausbeutung und Verbrennung der Häftlinge zuständig waren, gab es diese nur in Vernichtungslagern. In einem nächsten Schritt werden die Schülerinnen und Schülern mit den Beschreibungen des Sonderkommandos aus der Perspektive eines ehemaligen Mitglieds des Sonderkommandos konfrontiert.  Die  Auseinandersetzung mit  einem Einzelschicksal  dient  auch der  affektiven Ergänzung einer „bloßen“ Thematisierung des „Funktionsapparates“. Der letzte Teil des Workshops dient der Beschäftigung mit dem Ablauf des Aufstandes des Sonderkommandos. In der Vertiefungsphase setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit  verschiedenen Zeitzeugenaussagen über den Aufstand auseinander. Es folgt eine Einschätzung der  Schülerinnen  und  Schüler  hinsichtlich  der  Bedeutung  des Aufstands, durch die sie schlussfolgern sollen, dass Sinnhaftigkeit von Erfolg oder Misserfolg unabhängig sein kann. Im Sinne des didaktischen Prinzips der Lebensweltorientierung, endet die Einheit mit der persönlichen Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den verschiedenen Stufenmoralischen Urteilens nach L. Kohlberg.

Empfohlen für Schülerinnen und Schüler ab der Oberstufe.
Dauer: ein Projekttag

 

Wo war Gott in Auschwitz?
Die Theodizeefrage

Der Workshop „Wo war Gott  in Auschwitz?“ zielt ab auf die Auseinandersetzung mit der Theodizee-Frage, der Frage nach der Existenz Gottes in Anbetracht von Schmerz und Leid auf der Welt, zugespitzt auf die fundamentale Bedeutung der Metapher Auschwitz.  Zu Beginn werden die Schülerinnen und Schüler mit der Frage von zwei Holocaust-Überlebenden nach der Existenz Gottes in Auschwitz konfrontiert (Martin Glas und Elie Wiesel). Es folgt die Auseinandersetzung mit Christoph Probst und seinem christlichen  Glauben als Rückhaltseines  Widerstands  und anschließend mit  der  Relevanz  des christlichen Glaubens für  die Mitglieder der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“. Im weiteren Verlauf werden Theologen zur Thematik zitiert,  die den christlichen Kirchen angehören (ev. und kath.). Abschließend sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Bedeutung der Frage nach der Existenz Gottes  insbesondere vor dem Hintergrund von Auschwitz und ihrer eigenen Antwort auseinandersetzen. In diesem Sinne wird „eine Stellungnahme entwickeln“ verstanden als die je individuelle Auseinandersetzung mit eigenen Glaubensgrundsätzen und –vorstellungen und nicht als (nur vordergründige) Verneinung oder Bejahung der Annahme einer Existenz Gottes.

Empfohlen für alle Schulformen ab der 9. Klasse. 

Dauer: ein Projekttag

 

Janusz Korczak –
Humanist und Pädagoge.
Ein Wegweiser für
die Pädagogik heute?

Im Mittelpunkt des Workshops steht der polnische Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak. Es werden Auszüge seiner Werke vorgestellt und seine Forderungen in den Zusammenhang mit heutigen Kinderrechten gestellt. Durch die Beschäftigung mit Auszügen aus dem Werk von Janusz Korczak können neue Sichtweisen auf einen deeskalierenden und kommunikativen Umgang mit Kindern gewonnen werden und sich ein erweitertes Handlungsrepertoire im Umgang mit Kindern ergeben.Dabei spielt die Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung im Umgang mit Kindern einebesondere Rolle.Darüber hinaus wird das Schicksal eines Pädagogen thematisiert, dessen Liebe zu seinen ihm anvertrauten Kindern soweit ging, dass er sein Leben dafür opferte, um seine Schützlinge bei ihrem Weg in den Tod zu begleiten und zu beruhigen. Es wird deutlich, dass es trotz der Grausamkeit des Krieges Menschen gab, die sich und ihrer Moral treu geblieben und ihren Grundsätzen selbst dann noch gefolgt sind, als das ihren Tod bedeutete.

Empfohlen für Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe
Dauer: ein Projekttag

 

Rechtsextremismus heute:
Beispiel „Rechtsrock“

In diesem Workshop geht es um die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus heute. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich im Kontext von Musik („Rechtsrock“) mit Rechtsextremismus und seiner Bedeutung auseinander. Das Thema „Musik“ nimmt direkten Bezug auf die Lebens-  und Erlebniswelt von Jugendlichen, da es einen für sie relevanten Identifikationsfaktor darstellt.

Empfohlen für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse.

 

Die Bücherverbrennung 1933
in Deutschland und die Bedeutung
von Menschenrechten heute

Der Workshop beginnt mit der Auseinandersetzung mit Ausschnitten aus zwei bis heute sehr populären Werken Erich Kästners („Das fliegende Klassenzimmer“ und „Pünktchen und Anton“). Beide wurden zusammen mit Kästners anderen Werken (bis auf „Emil und die Detektive“; dieses Werk wurde 1936 von den Nationalsozialisten verboten) bei der Bücherverbrennung in Berlin am 10. Mai 1933 zerstört. Im weiteren Verlauf sollen die Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus die Gründe dafür herausarbeiten, warum Kästners Werk vernichtet werden sollte. In dem Zusammenhang arbeiten sie den Gegensatz zwischen dem Menschenbild, das Kästner in seinen Werken darstellt und den Erziehungsvorstellungen der Nationalsozialisten heraus. (Da die Geschichten  fiktiv sind, kann hier nur hypothetisch davon ausgegangen werden, dass die erzieherischen Ziele von Erich Kästner wider gespiegelt werden.) Es folgt die Auseinandersetzung mit der Bücherverbrennung und deren Bedeutung für Erich Kästner, der Zeuge der Vernichtung seiner eigenen Werke am Berliner Opernplatz wurde („Über das Verbrennen von Büchern“). Sie beschäftigen sich mit seiner Aussage „Bücher, das wissen wir nun, kann man nicht verbrennen“ im Zusammenhang mit der Bedeutung von Meinungsfreiheit und Zensur. Darüber hinaus stellen sie durch ein Zitat von Heinrich Heine, das Kästner in einer Rede verwendet, einen Bezug zu Auschwitz her („Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“), indem sie sich im Sinne von Micha Brumlik mit der Frage beschäftigen, ob die Verletzung von Menschenrechten, (auch das  Verwehren des Rechts auf freie Meinungsäußerung) im Extremsten zur Tötung von  Menschen führen kann. In diesem Kontext setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung und dessen Einschränkung z. B. durch Zensur und Auschwitz als äußerstem Pol der Verletzung von Menschenrechten auseinander.

Empfohlen für alle Schulformen ab der 9. Klasse.
Dauer: ein Projekttag

 

Das Staatliche Museum
Auschwitz-Birkenau

UNESCO-Weltkulturerbe,  Museum, Gedenkstätte oder Friedhof? Vor dem Hintergrund der steigenden Besucherzahlen vor Ort sollen die Schülerinnen und Schüler den heutigen Umgang mit der Gedenkstätte Auschwitz (-Birkenau) und seine Zuschreibungen als UNESCO-Weltkulturerbe, Gedenkstätte, Museum oder Friedhof kritisch reflektieren sowie die verschiedenen Bedeutungen herausarbeiten.

Eignet sich für alle Schulformen ab der 9. Klasse
Dauer: 90 Minuten

 

Auschwitz

Die Geschichte des größten Vernichtungslagers der Nationalsozialisten von 1940 bis heute. Dieser Workshop ist so strukturiert, dass sich die Schülerinnen und Schüler schrittweise mitdem Lagerkomplex Auschwitz auseinandersetzen können.  Am weiteren Verlauf erfolgt dieThematisierung der  Tötung,  Ausbeutung und Vernichtung in  Auschwitz I und II. In dem Zusammenhang werden die Schülerinnen und Schüler mit den Begriffen „Selektion“ und „industrielle Vernichtung“ konfrontiert. Vor dem Hintergrund der steigenden Besucherzahlen vor Ort soll im weiteren Verlauf der heutigen Umgang mit der Gedenkstätte Auschwitz (-Birkenau) und seine Zuschreibungen als UNESCO-Weltkulturerbe, Gedenkstätte,  Museum oder Friedhof kritisch reflektiert  werden. Dieser Workshop soll vor allem der Erlangung eines Basiswissens dienen, das Vorkenntnisse ergänzt und ggf. Irrtümer korrigiert.  Es wird darüber hinaus der Begriff der „industriellenVernichtung“ als Instrument der Nationalsozialisten für die Ausbeutung und den Mord der europäischen Juden thematisiert.

Empfohlen für Schülerinnen und Schüler ab der Oberstufe.
Dauer: ein Projekttag

 

Nationalsozialismus und Holocaust
in der Literatur aus
verschiedenen Perspektiven

Die Grenzen von Sprache  Dieser Workshop beleuchtet den Nationalsozialismus in Deutschland und den Holocaust aus verschiedenen Perspektiven und Situationen. Es werden jeweils literarische Texte von Autoren vorgestellt, die diese Zeit in Europa miterlebten:

  • Sebastian Haffner: Auszug aus „Geschichte eines Deutschen“ – Erinnerungen, die er im Exil niederschrieb.
  • Roman Klemperer: Auszüge aus seinen Tagebüchern, in denen er seine Erinnerungen an seine Ausgrenzung als jüdischer Intellektueller in Deutschland festhielt.
  • Primo Levi: „Ist das ein Mensch?“: Erinnerungen an seine Zeit in Auschwitz.
  • Max Mannheimer: „Spätes Tagebuch“: Erinnerungen an seine Ankunft in Auschwitz-Birkenau.
  • Die Texte werden hinsichtlich der Frage nach den Grenzen von Sprache nach E. Young beleuchtet und diskutiert.

Empfohlen für Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe.
Dauer: 90 Minuten